Ein Buch über Marl in den 60er und 70er Jahre? Na klar gibt es – von Christian Grube!
Ich habe Christian auf der „Buch-RE“ in Herten kennengelernt und natürlich war Marl direkt ein Thema. Das Buch habe ich von ihm als Rezensionsexemplar, auch signiert, zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank noch mal.

„Wenne inne Köttelbecke fliechs`, hat der Arsch Kirmes“ Marl – Eine Kindheit im Ruhrgebiet der 60er und 70er Jahre
Inhalt
„Wenne inne Köttelbecke fliechs`, hat der Arsch Kirmes“ also wenn du in den betonierten Bach fällst, der jetzt Abwasser mit sich führt, bekommst du eine Tracht Prügel!
Für alle Auswärtigen!
Christian Grube nimmt dem Leser mit in eine Kindheit zwischen Schachtanlagen und Chemiewerk, Kanal und Zechensiedlung.
Unbeschwert, unbekümmert, von der Kindheit über die Pubertät bis zur Entdeckung der Erotik.
Eine Liebeserklärung an eine längst vergangene Zeit und die Menschen in der Region!
Ein Buch über Marl in den 60er und 70er Jahren!
Diesmal beginne ich mit meinem Eindruck und nicht mit Infos über das Buch, denn ich finde, hier gehört eine private Einleitung an erster Stelle.
Ich bin, wie Christian auch, in Marl geboren und aufgewachsen in den 70er Jahren und hatte eine wunderbare Kindheit und Jugendzeit. Nach ein paar Jahren außerhalb von Marl wohnen wir seit 2006 nun wieder in der Heimat und auch in meinem Elternhaus.
So viele Orte sind mir vertraut und bekannt, so viele habe ich ebenfalls miterlebt, kennengelernt und war dabei. Was ich nicht kenne, liegt an unserem Altersunterschied, dass es manches später dann nicht mehr so gab. Aber ich habe einen Cousin in Christians Alter und eine Cousine, noch einmal 2 Jahre älter, sowie eine Freundin, die 4 Jahre älter ist aus ich, und so kenne ich dann vieles vom Hörensagen.
Ok, in den 70ern war ich noch nicht in der Disco und auch nie im Hagenbusch (das war/ist ein Treffpunkt für Jugendliche in Marl, kennt hier jeder), das mit der Disco kam bei mir erst zum Ende der 80er Jahre und da was ich regelmäßig im „Old Daddy“ in Haltern, In „der Fabrik“ in Coesfeld oder im „Musikzirkus“ bzw. „Blue Moon“ in Oberhausen.
Auch das Haus Marienmünster in Schloss Holte-Stuckenbrock kenne ich, da sind früher viele Schulklassen hingefahren, verwaltet wird es meines Wissens auch noch heute über den Sportverein DJK Lenkerbeck. Ich war allerdings mit meinen Eltern und vielen anderen Eltern mit Kinders des Volleyball-Vereins vom DJK Lenkerbeck als Kind mehrmals ein verlängertes Wochenende dort. Es gibt auch noch so manche Fotos bzw. Dias von den Wochenenden.
Christian ist 1961 in Marl geboren berichtet von einer eigenen Kindheit in Marl und zeigt in dem Buch auch private Fotos. Ich bin einige Jahre später geboren, aber trotzdem kenne ich natürlich fast alles in Marl, worüber er schreibt.
Das Buch ist in verschiedene Kapitel gegliedert und hat immer passende Überschriften, sodass man gleich weiß: ah ok, jetzt geht es um ….
Beim Lesen habe ich so oft gedacht: „Ja genau, kenn ich …, ich erinnere mich …“ und musste auch so manches Mal schmunzeln.
Das Buch ist locker und leicht geschrieben, eben typisch Ruhrpottler, das macht es aus.
Auch wer den Ruhrpott oder eben Marl nicht kennt, wird dieses Buch bestimmt gerne lesen, denn es ist keine Biografie, sondern ein Buch, das sich so weglesen lässt und den Leser auf eine kleine Zeitreise mitnimmt. Manches könnte genauso auch in einer anderen Stadt im Ruhrgebiet passiert sein, so war es halt in den 60er (ok, hier kann ich nicht so wirklich mitreden) und 70ern bei uns im Pott.
Ein richtig schönes Buch, das einen Einblick in das Leben im Ruhrgebiet vermittelt und zeigt, es war (und ist es immer noch) schön im Ruhrgebiet, trotz der Zechen, Fabriken und des Chemieparks – damals noch Hüls AG. Wir sind ein ganz besonderes Völkchen und ich bin ehrlich gesagt stolz darauf ein Marler Kind zu sein.
Für alle „Nichtruhrpottler“: die Köttelbecke ist ein Abwasserbach/-kanal. Früher waren die Flüsse hier extrem dreckig, allen voran die Emscher, weil eben alles an Abwässern einfach reingeleitet wurde. Heute ist zum Glück alles renaturiert und das Ruhrgebiet ist schon lange grün und schön. Die Zechen gibt es nicht mehr, was eigentlich auch traurig ist, aber zum Glück sind viele erhalten und zur Industriekultur geworden.
Der Begriff „Köttelbecke“ wird auch heute noch verwendet, hat sich über die Jahre einfach eingebürgert.
Für mich als Marlerin ist es eben ein ganz besonderes Buch über meine Heimat, Kindheit und Erinnerungen. w
Vielen Dank Christian, für die wunderbare Reise in meine Marler Kindheit, es hat viel Freude gemacht, dein Buch zu lesen.
Mehr über Christian gibt es auf seiner https://www.christiangrube.info/Webseite zu erfahren.
[Enthält Testprodukt(e) und /oder Werbung] Offenlegung:
Ich habe das Buch im Rahmen einer Rezension von Christian Grube bekommen.



